Presseschau des Tages // 23.9.2019

· Pressestimmen

Laut einem Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitag) fehlte 2018 jeder dritten Alleinerziehenden (31,1 Prozent) das Geld, um mit dem Nachwuchs eine Woche Urlaub zu machen. Dieser Anteil sei doppelt so hoch wie in der Gesamtbevölkerung, sagte die Linken-Abgeordnete Sabine Zimmermann der Zeitung. Sie beruft sich dabei auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes und von Eurostat, die sie zum Weltkindertag am heutigen Freitag ausgewertet hat. "Für eines der reichsten Länder der Erde ist es beschämend, dass so viele Kinder von finanziellen Problemen betroffen sind", sagte die Linken-Sozialexpertin weiter. Die Leistungen für Kinder müssten erhöht und eine eigenständige Kindergrundsicherung eingeführt werden. Ebenso seien gerechtere Löhne, sichere Beschäftigungsverhältnisse sowie bessere Kinderbetreuungsangebote notwendig. "Alleinerziehende haben es am Arbeitsmarkt besonders schwer. Viele Arbeitgeber hegen Vorurteile hinsichtlich ihrer Verfügbarkeit", beklagte Zimmermann. Kinder sind in Deutschland laut aktuellen Zahlen häufiger von Armut betroffen als Erwachsene. Jedes fünfte Kind (20,1 Prozent) galt 2018 als armutsgefährdet, im Bevölkerungsschnitt waren es 15,5 Prozent. Als armutsgefährdet gelten Haushalte, die über weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens verfügen. Besonders schwer haben es demnach Alleinerziehende. Mehr als jeder Zehnte von ihnen (10,6 Prozent) konnte sich laut den Eurostat-Daten 2018 nicht jeden zweiten Tag eine Mahlzeit mit Fleisch, Geflügel oder Fisch oder eine entsprechende vegetarische Mahlzeit leisten. In der Gesamtbevölkerung betraf dies nur 6,9 Prozent. 10,8 Prozent der Alleinstehenden mit Kindern unter 18 Jahren waren verschuldet, gegenüber 4,8 Prozent in der Gesamtbevölkerung.

Klimaschutz gehört nach Auffassung des in Linz lehrenden katholischen Moraltheologen Michael Rosenberger "zum Kerngeschäft des Christentums". Das habe Papst Franziskus in seiner Enzyklika "Laudato si" unmissverständlich deutlich gemacht, so der aus Würzburg stammende Priester. "Ein Bistum oder eine Pfarrei, die die Schöpfungsverantwortung auf die hinteren Plätze ihrer Prioritätenliste verbannt, handelt nicht im Sinne des Evangeliums." Mit Nachdruck wies Rosenberger den Vorwurf zurück, die Klimaschutzaktivisten der "Fridays for Future"-Bewegung machten aus ihrem Anliegen eine "Religion" mit Greta Thunberg als neuer "Heiliger". Diese Etikettierung stamme aus der Kohle- und Öllobby in den USA und Australien sowie von Parteien "ganz am rechten Rand". Allein das sollte schon nachdenklich machen. Die Titulierung sei zudem "absurd". Die "Fridays for Future"-Bewegung habe ein "Zeichen der Zeit" erkannt. Es stehe den Religionen gut an, sich ihrem Ruf nach einem schnellen und entschiedenen Handeln anzuschließen. Rosenberger hat nach eigenen Angaben in Österreich das Projekt "Religions for Future" initiiert. Eine Missionierungsabsicht gegenüber den demonstrierenden Schülern sei damit nicht verbunden, so der Theologe. "Es genügt mir, die Verbundenheit um das gemeinsame Haus der Erde zu spüren." Zudem würden die "Fridays for Future" jeden Versuch der Werbung "freundlich, aber bestimmt zurückweisen". Rosenberger äußerte sich in einem Interview mit dem Pressedienst des Ordinariats Würzburg. Der Wissenschaftler stammt aus Unterfranken. (Familienbund der Katholiken/Sascha Nicolai/KNA)