Presseschau des Tages // 17.4.2018

· Pressestimmen

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will zum 1. Januar 2019 die Mütterrente erhöhen. "Wir heben die Rente für Mütter oder auch Väter, die vor 1992 geborene Kinder erzogen haben, zum 1. Januar 2019 an", sagte Heil der "Rheinischen Post" (Samstag). Der Koalitionsvertrag sieht vor, dass von der Erhöhung nur Mütter und Väter mit drei und mehr Kindern profitieren sollen. Heil erwägt, davon abzuweichen. "Ich muss und werde den Gleichheitsgrundsatz der Verfassung beachten", sagte der SPD-Politiker, der seinen Gesetzentwurf zur "Mütterrente II" in "einigen Wochen" vorlegen will. Zum 1. Januar 2019 soll neben der Erhöhung der Mütterrente ein umfangreiches Rentenpaket in Kraft treten. Seit Mitte 2014 erhalten Frauen, die vor 1992 Kinder zur Welt gebracht haben, ein zusätzliches Kindererziehungsjahr bei der Rente anerkannt. Der Bruttobedarf bei der Grundsicherung im Alter lag im März 2017 im Bundesschnitt bei 808 Euro.

Mehrere katholische Verbände haben die geplante Ausweitung der kassenärztlichen Leistungen in der Schwangerschaftsvorsorge auf den sogenannten Bluttest kritisiert. Zum Start der "Woche für das Leben" am heutigen Samstag erklärten der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF), die Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e.V. (CBP) und der Deutsche Caritasverband (DCV), ein solcher Schritt sei als Hinweis darauf zu verstehen, dass "Menschen mit Behinderungen in unserer Gesellschaft zunehmend nicht mehr erwünscht sind".  Mit dem Bluttest können genetische Defekte ab der 9. Schwangerschaftswoche bestimmt werden, indem Gen-Schnipsel des Embryos aus dem Blut der Mutter gefiltert und auf Defekte untersucht werden. Befürworter argumentieren, das Verfahren erspare andere riskante Untersuchungen wie eine Fruchtwasseranalyse. Weiter erklären die Verbände, die Erfahrungen der katholischen Schwangerschaftsberatung zeigten deutlich, dass der Druck auf Eltern zunehme, nach Möglichkeit Erkrankungen oder Auffälligkeiten des ungeborenen Kindes frühzeitig aufzudecken und "gegebenenfalls dafür zu sorgen, dass dieses Kind nicht geboren wird". "Wenn sich der Wert eines Menschen danach bemisst, ob er nach gängigen Vorstellungen gesund ist, dann führt dies dazu, Menschen in lebenswert und nicht lebenswert einzuteilen. Diese Entwicklung gilt es zu verhindern", betonte Caritas-Präsident Peter Neher. Ansonsten wachse die Gefahr, dass das, was für den ungeborenen Menschen gelte, auch schnell zum Maßstab für jeden Menschen werden könne. Die "Woche für das Leben" ist eine gemeinsame Aktion der evangelischen und katholischen Kirche. Sie findet in diesem Jahr vom 14. bis 21. April statt und steht unter dem Motto "Kinderwunsch. Wunschkind. Unser Kind!". (Familienbund der Katholiken/Sascha Nicolai/KNA)