Presseschau des Tages // 4.6.2019

· Pressestimmen

Die Zahl der von Hartz-IV-Leistungen lebenden Kinder in Deutschland ist zuletzt offenbar leicht zurückgegangen, liegt aber weiter bei fast zwei Millionen. Das berichtet das RedaktionsNetzwerk Deutschland (Samstag) unter Berufung auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Sie wurden von der arbeitsmarktpolitischen Sprecherin der Linken-Bundestagsfraktion, Sabine Zimmermann, zum Internationalen Kindertag am heutigen Samstag ausgewertet. Ende 2018 lebten demnach rund 1,95 Millionen unter 18-jährige Kinder in Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften. Das sei ein Rückgang von 3,7 Prozent im Vergleich zu Ende 2017. Damals hatte die Zahl der Kinder, die von Hartz IV lebten, noch bei 2,037 Millionen gelegen. Besonders stark betroffen seien Kinder von Alleinerziehenden. Ende 2018 gab es den Angaben zufolge 886.823 Kinder, die Hartz-IV- Leistungen bekamen und in einem Haushalt mit einem Elternteil lebten. Deutschlandweit habe der Anteil der Kinder unter 18 Jahren, die staatliche Unterstützung erhielten, bei 14,4 Prozent gelegen. In Westdeutschland waren es demnach 13,5 Prozent, in Ostdeutschland 18,4 Prozent. Die Hilfequoten variierten von Bundesland zu Bundesland zum Teil erheblich. In Schleswig-Holstein benötigten demnach 15,7 Prozent der Kinder unter 18 Hartz IV, in Niedersachsen 15, in Nordrhein-Westfalen 19 Prozent, in Berlin 28,5 und in Sachsen-Anhalt 20,3 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern habe der Wert bei 17,4 Prozent, in Sachsen bei 13,5 und in Brandenburg bei 13,7 Prozent gelegen. Bundesweit am höchsten sei die Hilfequote bei Kindern unter 18 Jahren in Bremen mit 32,1 Prozent gewesen. Linken-Politikerin Zimmermann sagte, für eines der reichsten Länder sei es beschämend, "dass so viele Kinder von finanziellen Problemen betroffen sind". Statt unbeschwert aufwachsen zu können, lernten diese Kinder Entbehrungen kennen: "Die Bundesregierung muss endlich ein Konzept gegen Kinderarmut vorlegen", so die Bundestagsabgeordnete. "Die Leistungen für Kinder müssen erhöht und eine eigenständige Kindergrundsicherung eingeführt werden." Bei Kinderarmut gehe es um die Armut der Eltern: "Wir brauchen Löhne, von denen man leben und seine Familie ernähren kann." (Familienbund der Katholiken/Sascha Nicolai/KNA)