Presseschau des Tages // 4.4.2019

· Pressestimmen

Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, fordert Geld für eine umfassende Aufklärungskampagne in Deutschland. Er setze sich zusammen mit Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) dafür ein, dass 2020 eine große Kampagne starte, sagte Rörig am Mittwoch bei der Vorstellung des ersten Bilanzberichts der Aufarbeitungskommission Missbrauch in Berlin. Nur noch Finanzminister Olaf Scholz (SPD) müsse zustimmen, dann könne die umfassende Kampagne mit fünf Millionen Euro im Jahr starten. In die Sensibilisierung der Gesellschaft müsse insgesamt mehr investiert werden, verlangte Rörig. Er wäre sehr froh, wenn die Politik ihr Mitgefühl beim Thema Missbrauch auch materiell unter Beweis stellen würde. Dazu sollten Leistungen für die soziale Entschädigung Betroffener erhöht und die Verfahren sensibler durchgeführt werden. "Wir sind im Bereich des Kinderschutzes in Deutschland in der Krise", meinte Rörig. Kinderschutz sei "kein Gedöns", sondern "harte Kriminalitätsbekämpfung und wichtige Grundlage für das Leben in unserer Gesellschaft". Der Bundesbeauftragte forderte erneut dazu auf, in allen Ländern möglichst zügig ebenfalls Missbrauchsbeauftragte einzusetzen.

Der Zusammenschluss der Katholischen Familienverbände in Europa (FAFCE) sorgt sich um die Geburtenrate in Europa. "Die wirtschaftlichen Umstände in der EU machen es immer schwieriger für junge Familien, sich für Nachwuchs zu entscheiden", sagte der FAFCE-Vizepräsident Vincenzo Bassi am Dienstag in Brüssel. Die Bevölkerung auf dem Kontinent werde kontinuierlich älter. Deswegen sei es wichtig, auf die demografischen Herausforderungen mit politischen Maßnahmen auf europäischer Ebene zu reagieren, so Bassi. Der FAFCE-Vorsitzende Antoine Renard, sagte, Ziel müsse sein, EU-weit auf die Bedürfnisse von Familien aufmerksam zu machen und mit den künftigen Europaabgeordneten in Dialog zu treten. Als positives Beispiel für eine gemeinsam abgestimmte Familienpolitik nannte Renard die zu Jahresbeginn erzielte Einigung über eine EU-Richtlinie zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben für Eltern und pflegende Angehörige. Mit Blick auf die Ende Mai anstehenden Europawahlen legten die Familienverbände ein Manifest zum Bevölkerungswachstum vor. Darin sind zehn Punkte wie etwa Respekt für die Ehe oder die Förderung des Einflusses von Familienorganisationen aufgeführt. Am internationalen Tag der Familie, dem 15. Mai, und damit kurz vor den Europawahlen will die FAFCE bekanntgeben, welche der Europaabgeordneten das Manifest unterschrieben haben. FAFCE wurde 1997 gegründet. Sie ist eine vom Europarat anerkannte Nicht-Regierungsorganisation. Das Generalsekretariat befindet sich in Brüssel. Der Zusammenschluss repräsentiert 26 Familienverbände aus 16 EU-Mitgliedstaaten und arbeitet laut eigenen Angaben auf Grundlage der katholischen Soziallehre. (Familienbund der Katholiken/Sascha Nicolai/KNA)