Presseschau des Tages // 31.7.2020

· Pressestimmen

Vor lebenslangen Nachteilen für die "Generation Corona" warnt der Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit, Bernd Fitzenberger. Im ungünstigen Fall könnten viele junge Menschen "nur mit erheblichen Verzögerungen in die Ausbildung kommen", sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (Freitag). "Die Zahl derer, die ohne abgeschlossene Berufsausbildung bleibt, könnte dann in diesen Jahrgängen größer ausfallen als in anderen - mit Folgen für den ganzen Lebenslauf." Die "große Katastrophe" sei trotz der Wirtschaftskrise bislang ausgeblieben, so Fitzenberger. Die Zahl der angebotenen Ausbildungsstellen sei zwar deutlich zurückgegangen; es gebe aber auch weniger Bewerber als sonst. Allerdings drohe für 2021 eine Krise auf dem Ausbildungsmarkt. Dann drängten jene, die in diesem Jahr ihre Ausbildungspläne zurückgestellt hätten, zusätzlich auf den Markt. "Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass das Angebot an Ausbildungsplätzen im nächsten Jahr noch einmal verknappt wird", so Fitzenberger. Der Jugendforscher Klaus Hurrelmann sprach von einer "abrupten Veränderung", die für Schüler, Studenten und Absolventen nicht leicht zu verkraften sei. Bis vor kurzem sei angesichts des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels die klare Botschaft an die jungen Menschen gewesen, dass sie "freie Bahn" hätten. "Das hat sich von heute auf morgen gewandelt", so Hurrelmann. Damit falle auch das Gefühl weg, die Welt habe auf einen gewartet. "Das muss sich für viele wie ein Schlag in die Magenkuhle anfühlen", sagte der Jugendforscher. Dabei drohe auch der Gesellschaft etwas verloren zu gehen: "Das ist eine sehr politische junge Generation, die in der Klimadebatte wichtige Impulse setzt." Sichere Perspektiven für den eigenen Ausbildungsweg bildeten eine Grundlage dafür, dass junge Menschen sich engagieren könnten. Für manche liege es derzeit womöglich nahe zu sagen: "Ich muss erst mal schauen, wo ich bleibe." (Familienbund der Katholiken/Sascha Nicolai/KNA)