Presseschau des Tages // 20.7.2020

· Pressestimmen

Nach den Worten von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) kann es auch nach den Sommerferien immer wieder zu Schulschließungen kommen. "Das neue Schuljahr soll so normal wie möglich sein, aber es wird dennoch kein normales Schuljahr werden", sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Samstag). "An den Schulen werden weiter strenge Vorsichtsmaßnahmen gelten, wie sie die Kultusminister jetzt vereinbart haben. Und die müssen eingehalten werden", sagte sie. "Sonst gefährden wir gleich wieder die Schulöffnungen."

Bei allen Chancen, die der Digitalunterricht biete - "wir müssen vermeiden, dass es wieder zu flächendeckenden längeren Schulschließungen kommt", sagte Karliczek. "Der Präsenzunterricht ist unersetzlich." Dazu müsse neben der Einhaltung der Hygiene-Vorschriften vor allem auf lokale Infektionsausbrüche rasch und konsequent reagiert werden. "Dabei kann es als letztes Mittel zur vorübergehenden Schließung einzelner Schulen kommen, auch wenn dies sicher niemand gern tun wird."

Zu denkbaren Vorsichtsmaßnahmen im Klassenzimmer sagte Karliczek: "Niemand wünscht sich Unterricht mit Maske." Sie erläuterte: "Wenn Schüler an ihrem Platz sitzen, finde ich es grundsätzlich vertretbar, dass sie keine Maske tragen müssen. Das erleichtert natürlich den Unterricht."

Karliczek betonte zugleich: "Ich halte es aber gerade in Regionen, wo die Infektionen wieder zunehmen, oder in engen Klassenräumen sicher für sinnvoll, den Kindern und Jugendlichen zu sagen: 'Sobald Ihr von Euren Plätzen aufsteht, müsst Ihr die Maske aufsetzen.'"

 

Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, fordert nach den jüngsten Missbrauchsfällen von jedem Bundesland ein schulisches Schutzkonzept gegen sexuelle Gewalt. Jeder zuständige Senator oder Minister wisse, "dass ein schulisches Schutzkonzept gegen sexuelle Gewalt ein zentraler Baustein dafür ist, dass man unter den Mädchen und Jungen Opfer von Missbrauch erkennt", sagte Rörig dem "Tagesspiegel am Sonntag". Mit Ausnahme von Mecklenburg-Vorpommern seien in keinem Bundesland Schulen dazu verpflichtet, ein eigenes Schutzkonzept zu entwickeln.

Es sei wichtig, dass eine Schule zu einem "zentralen Schutzort" gegen sexuelle Gewalt werde, betonte Rörig. Pädagogen seien für betroffene Kinder wichtige Vertrauenspersonen. "Lehrkräfte könnten erkennen, wenn sich ein Kind verändert. Aber dafür brauchen sie eine entsprechende Fortbildung. Ich fände es sehr wichtig, in dem jeweiligen Schulgesetz festzulegen, dass Schulen die notwendige finanzielle und personelle Unterstützung erhalten."

Zu einem schulischen Schutzkonzept gehört nach den Worten Rörigs auch, "dass allen Schülerinnen und Schülern alters- und entwicklungsangemessene Präventionsworkshops angeboten werden, alle Lehrkräfte zum Thema fortgebildet sind und in allen Schulen interne und externe Beschwerdemöglichkeiten eingerichtet und bekannt gemacht werden". Der Beauftragte forderte eine gesetzliche Verpflichtung der Schulen, denn ohne gesetzlich garantierte finanzielle und personelle Unterstützung könnten sie dies nicht flächendeckend leisten. (Familienbund der Katholiken/Sascha Nicolai/KNA)